Burscheid warnt: Feuerwerk in Fachwerksiedlungen ist besonders riskant

Die Stadt Burscheid und die Feuerwehr warnen eindringlich vor den Gefahren von Feuerwerk in Fachwerksiedlungen. Zwar sind Feuerwerkskörper ab Montag im Handel erhältlich – dennoch appelliert die Stadt an einen sehr vorsichtigen Umgang. „Die Gefahren sind nicht zu unterschätzen“, sagt Ordnungsamtsleiterin Andrea Janeck. Neben Verletzungen komme es jedes Jahr zu Bränden mit hohem Sachschaden.

Besonders wichtig: In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Kinder- und Altenheimen sowie an besonders brandempfindlichen Gebäuden – dazu zählen vor allem Fachwerkhäuser – ist das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk verboten.

Feuerwerk nur mit Abstand – Raketen ausschließlich zu Silvester und Neujahr

Knaller und Raketen sollten immer mit ausreichend Abstand zu Zuschauenden, Fahrzeugen und Gebäuden gezündet werden. Bei Wind ist der Abstand noch größer zu wählen. Außerdem muss verhindert werden, dass Raketen auf Balkonen, Terrassen oder Schuppen landen, in denen brennbare Gegenstände liegen.

Das gezielte Abschießen auf Menschen, Tiere oder Gebäude ist strikt untersagt.

In kleinen bergischen Ortschaften wie Dierath oder Bellinghausen rät die Feuerwehr sogar, ganz auf Pyrotechnik zu verzichten. „Gerade in Ortschaften mit enger Bebauung und vielen Fachwerkhäusern kann sich ein Brand sehr schnell ausbreiten“, erklärt Wehrleiter Jörg Seemann.

Welche Feuerwerkskörper sind erlaubt?

Gefahren entstehen nicht nur durch falsche Handhabung. Problematisch sind auch Feuerwerkskörper, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Die Sicherheitsanforderungen legt das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) fest.

In Deutschland dürfen nur geprüfte Artikel der Kategorien 1 (z. B. Wunderkerzen) und 2 (Böller und Raketen) verkauft werden:

  • Kategorie 1 – z. B. Wunderkerzen, Knallerbsen (oft auch für Kinder geeignet, aber nur unter Aufsicht)
  • Kategorie 2 – Böller, Raketen, Batterien (nur ab 18 Jahren)

Produkte der Kategorie 2 sind erst ab 18 Jahren erlaubt und dürfen ausschließlich am 31. Dezember und 1. Januar abgebrannt werden.

Praktische Sicherheitstipps für Silvester

  • Feuerwerk niemals in der Hand zünden
  • Nur auf freier Fläche und nicht zwischen Häusern zünden
  • Einen Eimer Wasser oder Feuerlöscher bereitstellen
  • Schutzbrille verwenden – Augenverletzungen sind häufig
  • Blindgänger nicht erneut anzünden, sondern wässern
  • Kein Feuerwerk, wenn man Alkohol getrunken hat

Gerade bei Feuerwerk in Fachwerksiedlungen zählt jede Vorsichtsmaßnahme, weil Holz und alte Dachstühle extrem schnell Feuer fangen.

Rücksicht auf Umwelt & Tiere

Feuerwerk verursacht Lärm, Feinstaub und Müll. Für Tiere – besonders Hunde, Katzen und Wildtiere – bedeutet Silvester großen Stress.

Tipps für Tierhalter:

  • Fenster schließen, Rückzugsort anbieten
  • Spaziergänge früh am Abend erledigen
  • Tiere nicht allein lassen

Wer Lärm und Umweltbelastung vermeiden möchte, kann auf leise Alternativen zurückgreifen, etwa Lichtshows oder LED-Feuerwerk.

Was tun im Notfall?

  • Bei Brand → sofort die Feuerwehr unter 112 rufen.
  • Bei Verletzungen → offene Wunden kühlen und medizinisch behandeln lassen.
  • Ein brennendes Dach oder Dachstuhl niemals selbst löschen – die Brandgefahr ist zu hoch.

Entsorgung von Feuerwerksresten

  • Blindgänger wässern
  • Am nächsten Tag in die Restmülltonne geben
  • Keinesfalls in Glas- oder Papiercontainer werfen

So lassen sich Nachbrände verhindern.

Durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik lassen sich viele Unfälle vermeiden – besonders beim Feuerwerk in Fachwerksiedlungen, wo ein kleiner Funke große Schäden anrichten kann.

Feuerwerkskörper auf Tisch – Sicherheitswarnung

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